4 skurrile Eigenschaften in exotischen Sprachen, die jeder Dolmetscher kennen soll

Exotische Sprachen Dolmetscher

Wer anfangt, eine Fremdsprache zu lernen, denkt oft, dass andere Sprachen sind im Prinzip ihre Muttersprache, mit allen Vokabeln durch andere ausgetauscht, eventuell in geänderter Reihenfolge und vielleicht in einer anderen Schrift aufgeschrieben.

Die Realität ist, wie immer, etwas anders. Manche Sprachen haben Eigenschaften, an die wir im Deutschen gar nicht gedacht haben.

Hier sind also die vier seltsamsten (für einen deutschen Muttersprachler) Eigenschaften, die in anderen Sprachen vorkommen:

  1. Zeit-Unabhängigkeit. In die deutsche Grammatik ist die Zeitangabe fest eingebacken. Man kann nicht „Tim“ und „spielen“ in einem Satz erwähnen, ohne dabei mit der Konjugation des Verbs „spielen“ zu verraten, wann das passiert. Chinesisch, dagegen, fordert keine Zeitangabe. Werben können zwar konjugiert werden, dies ist aber keine Voraussetzung für einen korrekten Satz. Etwa für ein Gedicht mit einem nicht eindeutigen Zeitgefühl wäre Chinesisch die perfekte Sprache. Weniger so für einen Dolmetscher – viel Spaß damit!
  2. Inklusion der Pronomen. Stellen Sie sich mal vor: Sie wenden sich an jemanden mit dem fröhlichen „Wir haben das Lotto gewonnen!“. Soll sich Ihr Gesprächspartner freuen, dass er auch Gewinner ist, sich enttäuscht fühlen, denn Sie meinten mit dem „wir“ andere Personen? Sprachen in Afrika, Südostasien und Australien lassen diese Mehrdeutigkeit vermeiden, aber keine der europäischen Sprachen. Sobald man über diese Eigenschaft erfährt, wird sie so offensichtlich, dass man sich nur wundern kann, wieso wir (ich meine, wir alle!) das nicht haben.
  3. Absolute Richtung. Anstatt „links“ oder „rechts“ zu sagen, sagt man etwa im Guugu Yimithirr in Australien „Süd“ oder „Nord“. Das scheint uns total unmöglich, wenn man aber als Baby anfängt, mit absoluter Richtung tu tun zu haben, ist das das die natürlichste Sache der Welt.
  4. Verschiedene Stufen der Vertrauenswürdigkeit der Aussage. Wir lesen immer in den Zeitungen, dass jemand etwas „getan hätte“ oder dass etwas sowieso „sei“. Viele Sprachen haben nicht einmal diese Form, andere dagegen verfügen über vier und mehr Verbformen, mit den man die Aussage nach ihrer Vertrauenswürdigkeit einstufen kann: ob man es mit eigenen Augen gesehen hat, von anderen gehört, erlebt, ohne es zu sehen, oder es nur impliziert wird. Deutsche Journalisten können davon nur träumen – und für Politiker soll es ein Albtraum sein.

Das sind die Gründe, warum man vom Aussterben bedrohte Sprachen schützen muss. Wenn nur die zehn oder zwanzig meistgesprochenen Sprachen überleben, erfahren wir nie über solche skurrile Eigenschaften.

Wahrscheinlich werden wir in AD-Sprachen von Guugu Yimithirr nicht übersetzen können. Für mehr als 40 andere Sprachen stehen wir und unsere professionelle Übersetzer und Dolmetscher Ihnen aber 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

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